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Buntes [KW 27]

Gääähn.. es ist wieder da, das Sommerloch im politischen Deutschland. Zumindest sehen das die etablierten Parteien so. Aber weil ja dieses Jahr noch Bundestagswahlen vor der Tür stehen und man auch in der Sommerpause ein paar populistische Themen verbraten muss, stellen die Parteien die D-Prominenz ins Rampenlicht. So geschehen diese Woche zum Thema (sic!) Online-Sucht. So fordert die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Frau Sabine Bätzing, mehr Prävention im Bereich der Gefahren von Online-Spiele-Sucht.
Immerhin klingen ihre Ansätze hierzu recht vernünftig- wenn auch nicht gerade neu:

“Ganz wichtig ist hier Prävention, das heißt Medienkompetenz zu vermitteln. Kinder müssen medienkompetent sein, das heißt, sie müssen die Balance zwischen der realen und der virtuellen Welt finden. Und auf der anderen Seite müssen Eltern medienkompetent werden, sie müssen hinschauen: Was spielen meine Kinder eigentlich? Wie lange spielen sie? So kann man frühzeitig solche Entwicklungen erkennen. Der dritte Punkt ist: Ich appelliere an die Länder noch mal die Altersfreigaben für bestimmte Spiele zu diskutieren. Als Beispiel nenne ich World of Warcraft, was eine USK ab 12 hat, was ich nicht nachvollziehen kann.” Quelle: Deutschlandfunk

Die Forderung nach mehr Medienkompetenz der Eltern ist sicher richtig und hier sollten die Erziehungsberechtigten auch verstärkt in die Verantwortung genommen werden. Was dies dann aber mit der USK-Freigabe diverser Online-Spiele zu tun hat, entzieht sich meiner Logik. Die USK reguliert Altersfreigaben nicht anhand der potentiellen Suchtgefährdung des zu prüfenden Spiels. Die Kriterien, ob ein Spiel eine Jugendfreigabe erhält oder nicht, ergeben sich vielmehr aus dem narrativen Inhalt des Produktes (also der “Story”) und der optischen Darstellung von Gewalt (in der “Grafik”). Ob ein Spiel “süchtig” machen kann oder nicht, kann mit den mehr oder minder objektiven Prüfungskriterien der USK meiner Meinung nach jedenfalls nicht gemessen werden.


Da die gute Frau Bätzing ja von der SPD kommt, fällt mir noch ein kleiner Aufreger dieser Woche ein. Hier sollte man doch gerade im Sinne des Jugendschutzes und der Zensursuladiskussion ein bisschen vorsichtiger mit den eigenen Wahlkampagnen sein, wie hier geschehen!


Auch in dieser Woche lässt die politisch interessierte Internetwelt das Thema Zensursula nicht los. So “stellte” sich Ursula von der Leyen im Rahmen des Hamburger Körberforums den kritischen Fragen und Anmerkungen einer kleinen Gruppe von Piratenpartei-Mitgliedern und Sympathisanten. Aber seht selbst: http://www.youtube.com/watch?v=Ao6LttfuTP4.


Ein Fall dieser Woche zeigt mal wieder sehr deutlich, wie merkwürdig die Online-Medienlandschaft in Deutschland geworden ist: Der Niggemeier und der Datenschutz. Als privater Blogger, der keine finanziellen Absichten oder gar Datenmissbrauch im Sinn hat, fragt man sich ja schon seit einiger Zeit, was dieser seltsame Abmahnwahn eigentlich bringen soll (außer dem Offensichtlichen..). Dass hier aber das Medium Internet nach ca. 15 Jahren scheinbar immer noch nicht richtig verstanden wird, stimmt mich doch etwas traurig. Der Anwalt Stefan Niggemeiers hat zu den aktuellen Vorgängen übrigens einen sehr netten eigenen Beitrag in seinem Blog veröffentlicht.


War noch was? Ach ja, die Amazon-Musikcharts diese Woche (dieser Link ist keine Werbung – ich bekomme für den Klick kein Geld!). Erstaunlich – die Drei Fragezeichen auf Rang 8! Wer hätte das gedacht? ;)

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