Gerade bei Heise gelesen:
Justizministerin Brigitte Zypries (ich verweise nochmal auf diesen Videoclip: was ist ein Browser?) in einem Interview mit der (Springer-) Zeitung “Die Welt“:
“Es gibt eine Gruppe von Internet-Usern, die glaubt: Im Netz darf man alles, das Internet ist ein Ort unbegrenzter Freiheit, jede Regel verletzt unsere Identität. Das ist falsch: Meine Freiheit, mein Recht endet auch im Netz dort, wo sie die Freiheit und das Recht von anderen verletzt. Grundrechten wie der Meinungsfreiheit sind im Internet genauso Grenzen gesetzt wie in der realen Welt. Es gibt kein Recht des Stärkeren oder technisch Versierteren. Was offline verboten ist, ist auch online verboten. Das ist keine Zensur, sondern eine simple Erkenntnis, die auch juristischen Laien verständlich sein sollte.” Quelle: heise.de
Da reitet jemand auf einer Thematik rum, die überhaupt nichts zur Sache beiträgt – aber bei den Politikern immer als Killerargument herhalten muss. Ganz toll dann auch die weiteren Aussagen Frau Zypries’:
Sie selbst sei zwar im Internet unterwegs, wäre aber noch nie auf Websites gestoßen, von denen man illegal Musik oder Videos herunterladen konnte. Natürlich hätte sie diese auch nicht genutzt. Zypries gibt sich streng: Schon das vordigitale Aufnehmen von Musik sei verwerflich, meint die Justizministerin, gesteht aber auch ein, dass dies zwar für gewerbliche Absichten verboten, für private Zwecke jedoch durchaus erlaubt ist. “Schon in meiner Jugend war das Mitschneiden von Musik aus dem Radio üblich, damals auf Tonbändern oder Kassetten. Es gibt also eine gewisse Tradition zu glauben: Man darf das. Ähnlich ist es beim Kopieren von Büchern. Es ist weder der Industrie noch der Politik gänzlich geglückt, die Botschaft zu vermitteln: Man darf das eben nicht. Jedenfalls nicht, wenn man es nicht nur für sich privat kopiert.” Quelle: ebenfalls heise.de
Yeah, Tonbänder – genau! Frage: Wie kann jemand im “Internet unterwegs” sein- und weiß noch nichtmal wie man das macht (wahrscheinlich so: “ich hab da ein Programm von T-Online..” meh)? Und Filesharing ist illegal? Wow, wusste ich bis dahin nicht. Danke für diese Erleuchtung!
Wer eine wirklich fundierte Meinung eines ausgewiesenen Experten zu diesem Thema hören möchte, lädt sich am besten die letzte Podcast-Folge von Tim Pritloves Chaosradio Express mit Udo Vetter (lawblog.de) runter. Hier der Link:
Chaosradio Express 129: Globales Dorf – Rechtsfreier Raum?



oder einfach mal aufn tauss hören, dat is der einzige im bundestag, der ahnung vom inet hat – und ich wähle nicht die piraten!