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Für mehr Konstanz in Altherren-WGs

Langsam fühle ich mich mit meinen fast 31 Lenzen schon fast ein bisschen zu alt für das WG-Leben.

Aber was solls. Man ist erstens zu faul zum Umziehen und zweitens als Wenigverdiener (jedenfalls für Baden-Württembergische Verhältnisse) zu geizig, sein Erspartes in eine überteuerte Zwei-Zimmer-Wohnung mit neuer Inneneinrichtung zu stecken. Wobei es bei mir dann eher auf eine Dauerverschuldung durch einen langfristigen und zinsmäßig überteuerten Kredit für eben diese Einrichtungsgegenstände hinauslaufen würde.

Nun denn. Es zieht also mal wieder eine Mitbewohnerin bei uns aus. Und wie das bei Wohngemeinschaften üblich und erforderlich ist, wird dringend Nachschub benötigt. Die Bewerbungen strömen grundsätzlich immer in großen Massen bei uns ein – Karlsruhe ist wohnungstechnisch ein heikles Pflaster. Entweder hast du auf der einen Seite überteuerte Einzelwohnungen im Stadtkern, die trotzdem extrem renovierungsbedürftig sind oder du findest “etwas” günstigere Buden, die dann aber schon so außerhalb liegen, dass es eigentlich frech ist, den Wohnort noch als Karlsruhe zu bezeichnen. Alles andere liegt dann finanziell in ganz anderen Kategorien, die ich nicht beurteilen kann (und will..).

Also sind WGs eine günstige und begehrte Alternative. Die Ansprüche sind dabei allerdings in den vergangenen Jahren auf beiden Seiten spürbar gestiegen.

Zum einen hätte jeder Bewerber gerne die modernste Inneneinrichtung- am liebsten mit Cerankochfeld und Hightech-Badezimmer. Dazu dann noch Parkettfußboden. Und das am besten im Stadtkern – aber nicht zu weit vom Schlosspark entfernt. Wegen der Natur und so. Das alles kann man in Karlsruhe auch bekommen – allerdings nicht bei uns.

In unserer 4er-WG ist die Küche funktional und alt. Der Fussboden ist feinster, in die Jahre gekommener (er passt sich sozusagen seinen Mitbewohnern an) Robustflor. Die WG ist – wie sollte es anders sein – im Dachgeschoß, d.h. die Zimmer haben mal mehr, mal weniger ne Schräge eingebaut. Ein Aufzug ist keiner vorhanden, daher ist das tägliche Hoch-und Runterlaufen ne echte Herausforderung (modern ausgedrückt könnte man auch von effektivem Bauch-Beine-Po-Training sprechen).

Auf Seiten der WGs haben sich die Ansprüche (gerade bei mir) aber auch ziemlich gewandelt. War es mir zu Beginn noch unfassbar wichtig, dass man in der WG eine enge Verbundenheit spürt und sich idealerweise so gut versteht, dass man nicht nur so aneinander vorbeilebt, sondern auch miteinander lebt – ne Kuschel-WG sozusagen. Das würde ich mir ab und zu auch noch wünschen (wobei das Zweck-WG-Leben auch so seine Vorzüge haben kann). Der Illusion, dass man dies erzwingen könne, gebe ich mich aber schon lange nicht mehr hin. Entweder es passt und es kommt quasi von selbst dazu. Oder eben nicht, was aber auch kein Beinbruch wäre.

Heutzutage habe ich meine Ansprüche schon sehr runtergeschraubt. Ja, man könnte fast sagen, ich wäre wie eine Frau, deren biologische Uhr tickt und die daher in der Auswahl ihres Lebenspartners im Laufe der Zeit immer mehr Kompromisse eingeht.

Folgendes sind die Minimalanforderungen an einen neuen Mitbewohner:

1. Sauber
2. relativ Ruhig
3. Finanziell abgesichert.

Und zusätzlich- das wäre quasi als Goody wünschenswert:

4. Zwischen 25 und 30 Jahren alt
5. Einen großen Kühlschrank für die WG mitbringen
6. Musik-und Filmnerd
7. Weiblich, Single und zu allem bereit (naja.. das muss nicht wirklich sein)

Und nun ein kleiner Aufruf an Euch, liebes Publikum:

Solltet Ihr Jemanden kennen oder sogar selbst sojemand sein, der in den nächsten Tagen (bis Mitte August) dringend in Karlsruhe eine neue WG sucht und die Punkte 1-4 ( 5, 6 und 7 sind optional) erfüllt, dann meldet Euch bei mir. Meine Castingmethoden sind nicht ganz so streng aber durchaus vergleichbar mit Heidi Klums Modellzirkus und stadtweit gefürchtet.

Ernstgemeinte Anfragen gerne in den nächsten Tagen (Einzugsdatum Anfang bis Mitte August) an wg@michipedia.de

Foto: pedrosimoes7 (BY)

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