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mRecords #2 Farm

Dinosaur Jr – Farm

VÖ: Bereits erschienen
Label: Pias Inter (rough trade)
Beste Songs: (subjektiv) Over It, Said The People, I don’t wanna go there
Wer das hier liebt, mag auch: Neil Young, Built To Spill, Pearl Jam

Wer ist denn der alte Mann mit den langen, grauen Haaren auf dem Foto? Richtig – hier haben wir es mit J Mascis zu tun, dem Mastermind und Gittarengenius der Band Dinosaur Jr. Nun werden sich Uneingeweihte zu Recht fragen: Who the fuck?

Diese Reaktionen waren immer Mascis Schicksal: Von der Masse kaum wahrgenommen, von kleinen Grüppchen von Jüngern dagegen fast schon kultisch verehrt.

Zum ersten Mal bewusst wahrgenommen habe ich J Mascis im Jahr 1998. Lustigerweise war mein musikalischer Werdegang eigentlich dazu ausgelegt, den Platten Dinosaur Jrs schon viel früher zu begegnen. Schließlich hatte ich in den frühen Neunziger Unmengen von Grunge-Bands mein Ohr geschenkt. Bands wie Sonic Youth oder Janes Addiction lagen also bereits schon Jahre zuvor in meinem CD-Player.

Aber erst die norddeutsche Hip-Hop Band Fischmob lies mich die Musik J Mascis’ entdecken. Denn auf deren (nebenbei: großartigen) Album “Power” wurde kräftig kolaboriert. Der Song “David” wurde – welch Ehre – damals eigens von J Mascis für das Album geremixt.

Okay, machen wir nun aber nach diesem Ausflug in meine Musikvergangenheit lieber wieder einen “Quantum Leap” in die Gegenwart.
Nach dem durchaus überzeugenden Comeback-Album Beyond aus dem Jahr 2007 kommt nun das aktuelle Album “Farm”. Im Gegensatz zu dem doch etwas weniger songorientierten Vorgänger zeigt Mascis hier wieder sein großes Talent als Singer/Songwriter. Wunderbare Harmonien, schöne Tempowechsel, erkennbare Melodieansätze. Und das Ganze sehr warm und versöhnlich produziert.

Damit erst gar keine Missverständnisse aufkommen – dies ist eine Sommerplatte, ohne Zweifel. Ähnlich des neuen Videos zur Single “Over it” (bei Pitchfork.TV zu sehen) dominieren hier die erdverbundenen Farben- dieses Album ist prädestiniert, als Soundtrack zum Nacktbaden bei Sonnenaufgang an einem warmen Juli-Sommermorgen zu dienen.
Highlights sollte man nicht hervorheben. Die Platte ist der Star – hier wirkt alles harmonisch, keine Depressionen weit und breit am Horizont. Für Menschen, die Musik lieben, die angenehm altmodisch kracht.
Wer z.B. Neil Youngs Spätwerk mag, kann hier ebenfalls bedenkenlos zugreifen.

Die Harmonie in “Farm” drückt sich dann auch auf dem Plattencover aus – hier wird man von der Ruhe weggetragen wie von den großen alten Baummenschen aus Tolkiens Fantasiewelten. Man fühlt sich sicher in diesen großen, grünen Pranken des Gitarrenmonsters Dinosaur Jr.

Dinosaur Jr bei Myspace

Foto: Marika (BY-NC)

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